Agnes Bernauer im Roman

Auf den ersten Blick wirkt die Geschichte der Agnes Bernauer faszinierend und wie im Märchen.

Ein nicht zeitgenössisches Bildnis der Agnes Bernauer, heute zu sehen in der Agnes-Bernauer-Kapelle in Straubing.

Ein junges, bildhübsches Mädchen aus einfachsten Verhältnissen gelangt in die höchsten Kreise der starren mittelalterlichen Gesellschaft. Sofort kommen da Assoziationen auf mit Aschenbrödel und ähnlichen Gestalten der Märchen- und Sagenwelt.

Bei genauerer Betrachtung jedoch muss man sich eingestehen, dass die Geschichte so einfach nicht zu erzählen ist.

Lassen wir Albrecht einmal außen vor. Agnes muss sich bewusst gewesen sein, wie gefährlich ihr märchenhafter gesellschaftlicher Aufstieg war. Vielleicht hat sie nicht mit ihrem Tod gerechnet, aber eine Verbannung oder Ächtung wäre auf jeden Fall möglich gewesen.

Die Frage ist: Hat sie die Gefahr ignoriert, akzeptiert oder gehofft abzuwenden?

In allen Fällen komme zumindest ich zu einem vernichtenden Urteil. Ging Agnes Bernauer kalkulierend vor, dann könnte sie dies zu einer Prostituierten machen, einer Art Edelhure. Ignorierte sie die Gefahren, so konnte man ihr eigentlich nur bodenlose Naivität unterstellen.

Beides lässt sie in keinem guten Licht erscheinen. Und das machte es mir als Autorin schwer, ihre Motivationen und Ambitionen in positive Worte zu kleiden. Kein/e Leser/in möchte von einer Hauptfigur lesen, die manipulativ oder naiv ist. Ich habe Agnes daher bewusst nicht zu einer Prostituierten und Aufsteigerin gemacht, auch wenn das durchaus möglich gewesen wäre und auch schon so gemacht wurde.

Der größte Fehler, der damals wohl begangen wurde, war Albrechts Entscheidung, seine Agnes zu ehelichen. Es bestehen zwar keine schriftlichen Urkunden, die dies eindeutig belegen können, doch allgemein gilt der Akt als unbestritten, allein schon, weil Agnes durch die Hand ihres Schwiegervaters zum Tode verurteilt wurde, ein äußerst drastischer Zug, der nur zu erklären ist, weil Ehen zu damaliger Zeit anders nicht aufzulösen waren.

Die Historiker des 19. Jahrhundert erklärten Albrechts Fehltritt dadurch, dass Agnes sich möglicherweise geweigert hat, mit ihm das Bett zu teilen, sollte er sie nicht vor Gottes Angesicht zur Frau nehmen, quasi ein Druckmittel. Das mag möglich sein, macht sie allerdings abermals zu einer deutlich kalkulierenden Frau.

Da ich mir eine romantischere Liebesgeschichte für Albrecht und Agnes wünschte, habe ich mich entschieden, die Geschichte ein wenig anders zu erzählen. Eine Ehe um der Ehe wegen, als gegenseitigen feierlichen Schwur vor dem Angesicht Gottes, nicht einfach nur für Sex.

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Eine tragische Liebe im Mittelalter

Das Vermächtnis der Agnes Bernauer

Anno 1428: Auf dem Augsburger Faschingsturnier lernt Prinz Albrecht III. die lebensfrohe Agnes Bernauer kennen. Verzaubert von ihrer außergewöhnlichen Schönheit nimmt er die Baderstochter mit nach München.
Albrechts Vater ist die nicht standesgemäße Liebschaft seines Sohnes ein Dorn im Auge, denn Albrecht weigert sich, eine adlige Braut zu nehmen. Die Zukunft des Herzogtums ist in Gefahr.
Als sich die Konflikte zwischen Vater und Sohn zuspitzen und Albrecht seine Agnes heimlich heiratet, nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Erzählt nach wahren Begebenheiten

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