Autor

SilkeElzner

Wer war Agnes Bernauer? Wie im Nachwort zu meinem Roman „Das Vermächtnis der Agnes Bernauer“ erklärt, wissen wir nicht viel über die junge Frau, die dem Herzogssohn von Bayern-München das Herz gestohlen hat. Sie stammte aus Augsburg, so viel ist gewiss, und sie arbeitete vermutlich in einem Bäderbetrieb. Vielleicht war sie dort eine Magd, vielleicht eine Prostituierte, vielleicht die Tochter des Meisters. Möglicherweise eine Kombination aus all diesem. Wir können nur vermuten.

Doch wie sah es mit Agnes‘ Äußeren aus? Die Chronisten sind sich da einig. Hübsch war sie, eindeutig. So wurde behauptet, ihre Haut sei so weiß wie Alabaster und so durchscheinend, dass man den roten Wein sehen könne, wenn er ihr die Kehle herabränne. Ein ganz typisches Bild im Mittelalter, um zu verdeutlichen, dass Agnes mit außergewöhnlicher Schönheit gesegnet war. Zudem soll sie blond gewesen sein.

Es existieren einige Porträts der Bernauerin. Das wohl bekannteste, „Agnes Bernauer Ducissa“, stammt von einem unbekannten Künstler und zeigt eine junge Frau mit unsicherem, verletzlichem Blick. Sie trägt eine reich verzierte Haube, Perlen um den Hals und ein schlichtes, schwarzes Kleid.

Ein anderes Porträt hängt heute in der Agnes-Bernauer-Kapelle in Straubing. Das goldgerahmte Gemälde hat frappierende Ähnlichkeit mit dem Erstgenannten. Auch hier ist der Blick der jungen Dame scheu, das Lächeln geheimnisvoll. Der Künstler hat Agnes in Hermelin gewandet, die blond gelockten Haare zieren Perlen und Geschmeide. Sie sieht wahrlich fürstlich aus.

Das Problem mit beiden Gemälden ist, dass sie nicht zeitgenössisch sind. Die Künstler kannten Agnes nicht persönlich. Was wir hier sehen, sind verklärte Versionen der historischen Person, nach damaligem Zeitgeschmack gefertigt. Ob Agnes Bernauer wirklich so ausgesehen hat, sei also dahingestellt.

Wer der Sache näher auf den Grund gehen will, der wendet sich lieber ihrer Grabplatte zu, denn diese wurde kurz nach Agnes‘ Tod in Auftrag gegeben. Sie befindet sich heute an einer der Wände der Grabkapelle, war früher jedoch wahrscheinlich im Boden eingelassen.

Die Grabplatte ist aus rotem Marmor gefertigt und zeigt eine friedlich schlummerte Gestalt in einem langen Gewand. Der Kopf ruht auf einem Kissen. Demütig wirkt sie, friedvoll. Der schlichte Schleier, der ihr Gesicht umrahmt, erinnert an den einer Nonne. In der Rechten hält sie eine Paternosterschnur, oder Rosenkranz, was ebenfalls auf Frömmigkeit und Demut schließen lässt. Zu ihren Füßen schlummern zwei Hunde.

Ein Wort zu den Hunden: Im Roman dichte ich Agnes Bernauer zwei Schoßtiere an, um auf diese Hunde anzuspielen. Die Wahrheit ist aber eher, dass die Hunde symbolisch zu verstehen sind. Schon im 15. Jahrhundert gelten sie als Zeichen der Treue und wurden häufig bei der Grabgestaltung hinzugefügt, um auf diese Charaktereigenschaft des Verstorbenen hinzuweisen. Sie könnten Agnes aber auch an die Hand gegeben worden sein, um sie sicher ins Jenseits zu führen.

Apropos Treue: Auffällig sind bei genauerer Betrachtung die beiden Ringe an Agnes’ Hand. Natürlich stehen sie für ihre Vermählung, aber gleichzeitig können sie ebenfalls als Symbol der Treue verstanden werden.

Die Grabplatte wird von ein paar Wörtern und Buchstaben umfasst. Auffällig ist hier, dass das Sterbejahr falsch angeben ist. In römischen Zahlen steht auf der Grabplatte der 12. Oktober 1436 verzeichnet, dabei fand Agnes’ Hinrichtung ein Jahr früher statt. Die Forschung geht davon aus, dass dies ein Fehler war, der im Nachhinein nicht bereinigt wurde.

Alle Fotos Silke Elzner. Vervielfältigung bitte nur nach schriftlicher Genehmigung.

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Anfang des 15. Jahrhunderts wütet in Holland ein blutiger Bürgerkrieg. Jakobäa, das einzige Kind des verstorbenen Grafen, bangt um ihr Erbe. Nur mit einer Heirat kann sie als Frau ihren Anspruch durchsetzen. Als ihr erster Gatte ermordet wird und der zweite sich als unfähig herausstellt, beschließt sie, auf eigene Faust Verbündete zu suchen. Am Hof in London scheint ihre Mission von Erfolg gekrönt. Was sie nicht ahnt: Fataler noch als jede Schlacht ist ein Mann, der es vermag, ihr Herz zu erobern …

Eine mitreißende Geschichte über die Wittelsbacherin Jakobäa von Bayern-Holland am Rande des Hundertjährigen Krieges.

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„Das Vermächtnis der Agnes Bernauer“ hat in den sechs Jahren, in denen ich daran gesessen habe, viele Entwicklungsstadien durchlaufen.

Zu einem Zeitpunkt musste ich den Roman um 40% kürzen. Ein Beschluss, der später zum Glück nicht mehr zum Tragen kam, da der Verlag sein Veröffentlichungsangebot zurückzog. So konnte ich nach und nach die Stellen wieder einpflegen, die mir eigentlich sehr wichtig gewesen waren.

Anderes blieb für immer draußen, darunter unwichtige Nebenpersonen und Nebenhandlungen, die nichts zur eigentlichen Aussage beitrugen. Andere Szenen waren zwar von ihrer Aussage her wichtig, aber um mehr Spannung und Dichte zu erzeugen, musste ich die Gesamthandlung straffen und versuchen, diese Informationen sinnvoll woanders unterzubringen. Wer den Roman bereits gelesen hat, der wird mit vielen Themen in dieser weggeworfenen Szene bereits vertraut sein.

Viel Spaß beim Lesen!

München, Juli 1428

Herzog Ernst unterbrach seinen Redeschwall, um sich einen Schluck Wasser zu gönnen. »Und deshalb«, fuhr er mit einem Schmatzen vor, »meine Herren Hofrat, sind wir, der ehrenwerte Herzog Wilhelm und ich, zu dem Beschluss gekommen …«

Er brach ab. »Albrecht!« Die Stimme war schneidend.

Albrecht fuhr zusammen. Schnell richtete er sich auf. »Vater?«

»Stimmst du unseren Beschlüssen zu, Sohn?«

Beschlüssen …? Verunsichert warf er einen Blick in die Runde, die sich rund um den Beratungstisch zusammengefunden hatte. Er hatte gar nicht bemerkt, wie er mit dem Kopf auf die Hand gestützt aus dem Fenster geschaut hatte. Es war ein herrlicher Sommertag: Armeen von Schwalben zogen ihre Kreise unter einem strahlend blauen Himmel. Seine Gedanken waren irgendwo dort draußen gewesen … auf einer duftenden Wildblumenwiese, mit Agnes, ihr Kopf in seinen Schoß gebettet, die Kornblumenaugen geschlossen …

Nun waren alle Augenpaare erwartungsvoll auf ihn gerichtet.

Er räusperte sich und knetete die Hände auf der Tischfläche. »Ja, Vater, ja doch. Ich unterstütze Euren Beschluss.«

Die Augenbrauen seines Vaters zogen sich bedrohlich zusammen. »Du weißt noch nicht einmal, was wir planen zu beschließen, und sogleich willst du es unterstützen?«

Albrecht schaute zu seinem Onkel, doch dessen Miene war verschlossen.

»Nun ja, ich …« Er erkannte, dass es keinen Sinn hatte, das Spiel weiter zu spielen. Er würde sich nur noch mehr hineinreiten. »Bitte verzeih. Ich war ein wenig abgelenkt.«

»Mir tut es leid, dass wir dich mit hoher Politik langweilen, Sohn.«

»Nein, nein, das ist es nicht.«

Wilhelm seufzte auf, dann sprang er, wie schon so viele Male zuvor, zu Albrechts Rettung. »Bei diesem herrlichen Wetter wünscht wohl keiner, lange in der Sitzungshalle auszuharren. Lass es uns schnell zu Ende bringen, Ernst. Mir steht ebenfalls der Sinn nach einem Ausritt.«

Der Herzog bedachte seinen Bruder mit einem erzürnten Gesichtsausdruck. Grummelnd schob er die Papiere auf dem Tisch zusammen. »Jedenfalls … Die einzelnen Lager beharren auf ihren Standpunkten, obwohl die Landschaften eine schnelle gütliche Einigung wünschen. Unser verehrter König Sigismund ist allerdings diesen Sommer auf Türkenfeldzug und wird in nächster Zeit keine Entscheidung bezüglich der Straubinger Teilung verkünden. Wir glauben, dass München dennoch in einer guten Position ist. Besser noch, nicht wahr, Albrecht, wenn wir belegen können, dass unsere Dynastie Fortbestand haben wird, nämlich indem wir bald eine neue Verlobung vermelden.«

Die Köpfe des Hofrats fuhren alle gleichzeitig zu ihm herum wie in einer spannenden Partie von Jeu de Paume.

Albrecht schluckte.

»Hast du dir Gedanken gemacht zu der Kandidatin, die wir dir letzte Woche vorgeschlagen haben?«, fragte Wilhelm.

»Das habe ich, Onkel.«

»Und, was hast du zu unserem Vorschlag zu sagen?«

»Onkel, hattet Ihr mir nicht versprochen, dass die Dame jung und hübsch sein soll?«

»Sie ist zwanzig, mein Junge.«

»Aber ist sie hübsch?«

Die beiden Herzöge wechselten einen irritierten Blick. »Was hat das damit zu tun?«

»Mir ist es wichtig.«

Ernst schnalzte mit der Zunge. »Sie kommt aus gutem Hause und wird München stärken. Das ist es, was dir wichtig sein sollte.«

»Es ist meine einzige Bedingung, Vater. Und Ihr habt beide zugestimmt.«

»Sie ist sehr hübsch, mein Junge«, sagte Wilhelm.

»Ich wünsche einen Beweis.«

»Schick deinen Hofmeister zu ihr. Er soll dir Bericht erstatten.«

»Mit Verlaub«, sagte Albrecht. »Der Graf von Sedlec und ich, wir haben unterschiedliche Ansichten darüber, was wahre Schönheit ist. Ich vertraue ihm in allen Punkten, doch hier muss ich leider eine Ausnahme machen.«

Einer der Hofräte gluckste vergnügt und wurde mit einem erbosten Blick von Ernst abgestraft.

»Sohn, du planst offenbar, diesen Prozess ins Lächerliche zu ziehen.«

»Keineswegs. Ich möchte lediglich Sicherheit. Hier handelt es sich um eine folgenschwere Entscheidung sowohl für mich als auch für München und ich kaufe doch nicht die Katze im Sack!«

»Was schlägst du also vor?«, fragte Wilhelm.

»Ich verlange, dass ein Gemälde angefertigt wird. Der Künstler soll wahrheitsgemäß ihre Schönheit abbilden. Wenn sie mir gefällt, bin ich bereit, mich mit ihr auf halber Strecke zu treffen, um ihren Intellekt zu prüfen.«

Entrüstet murmelten die Hofräte durcheinander.

»Das ist ein unerhörtes Begehren!«, sagte Ernst.

»Der Junge hat recht, Ernst. Wir haben es ihm versprochen, und wir sind verpflichtet, uns an diese Abmachung zu halten.«

Einige der Herren bei Tisch nickten zustimmend. Versprechen durften nicht gebrochen werden, das konnte jeder nachvollziehen.

»Eine Posse«, zischte sein Vater, dem Wilhelm, wie Albrecht wusste, besagtes Versprechen in einem schwachen Moment abgeluchst hatte.

Der Ratsherr neben Albrecht machte sich eine Notiz. »Ich werde mich nach einem Meister erkundigen, den wir ausschicken können. Ich kenne da jemanden, der gewiss bereit wäre, den Auftrag für uns auszuführen.«

Ein anderer schüttelte den Kopf. »Aber es wird dauern, bis ein Gemälde angefertigt ist.«

»Monate!«, sagte ein Dritter. »Ich habe einmal ein Bild für meine Gemahlin bei einem Holländer in Auftrag gegeben. Der Künstler arbeitete ein ganzes Jahr daran.«

Sein Nachbar rief: »Ich habe da eine gewisse Ahnung, wieso!«

Der vorwitzige Einwurf löste allgemeine Heiterkeit aus.

Ernst hob mahnend den Finger. »Wir haben nicht so viel Zeit. Wir geben dem Künstler vier Monate, um das Bild anzufertigen und nach München zu übersenden. Und dann, Albrecht, erwarten wir eine Entscheidung von dir.«

Albrecht unterdrückte ein Grinsen. Sein Vater sagte zwar ›Entscheidung‹. Was er jedoch in Wahrheit forderte, war eine Einwilligung. Doch die würde er von ihm nicht so schnell bekommen. Diese Art von Katz-und-Maus-Spiel konnte er noch jahrelang weiterführen. »In Ordnung, Vater. Wenn ich das Bild der Dame vor Augen habe, werdet Ihr eine Entscheidung von mir erhalten.« Er lehnte sich erleichtert zurück. Er hatte einen Aufschub erwirkt.

Und der war vonnöten, denn seit Pfingsten war Agnes nicht mehr bei Hofe, und er vermisste sie schrecklich. Nachdem seine Mutter kurz nach Ostern erkrankt war, hatte der Leibarzt ihr eine Luftkur auf dem Land verschrieben. Sie war daher mit ihrem Haushalt in ihr bevorzugtes Landgut nach Odelzhausen gezogen. Um den Schein zu wahren, hatte Agnes sie als ihre Hofdame begleitet. Seitdem hatte Albrecht sie nicht mehr zu Gesicht bekommen, und nun war es schon Juli! Kurzzeitig hatte er überlegt, mit Jan hinterher zu reisen, damit er sie wenigstens für ein paar Tage um sich hatte, doch die Regierungstätigkeit hatte ihn in München gehalten.

Nun hatte er immerhin einen Aufschub erwirkt, was die Verlobungssache anging. Vielleicht im nächsten Jahr, da würde er sich zu einer Verlobung durchringen, und selbst dann ließe sich die Hochzeit immer noch aufschieben. Es gab Mittel und Wege, die Mühlen der Bürokratie langsam mahlen zu lassen, und er kannte sie alle.

Ernst vollführte einen Wink zum Schreiber, der das Besprochene für die Akten festhielt, und sagte: »Kommen wir zum nächsten Punkt der Tagesordnung. Die Ketzer in der Oberpfalz.«

Plötzlich redeten alle durcheinander. Die Hussiten waren eine dräuende Gefahr, die jedem der Anwesenden zu schaffen machte. Erst vor wenigen Tagen waren beunruhigende Nachrichten zu ihnen durchgedrungen, die besagten, die Gottlosen hätten mit 10.000 Mann am Ufer der Donau gestanden, diese aber wie durch ein Wunder nicht überquert. Das alles hatte sich weit weg entfernt abgespielt, in Mähren, nicht an der Grenze zu Bayern, doch allein die unfassbare Heeresgröße bereitete allen Anwesenden Bauchschmerzen.

»Unser Vetter und Schwiegersohn, Johann von der Oberpfalz, erbittet Streitkontingente. Das hussitische Heer will durch den Winter gebracht werden, und die Scheunen der Oberpfalz werden im Herbst reich gefüllt sein. Es wird erwartet, dass Räuberbanden über die Pässe ziehen und den Bauern zusetzen werden. Ich erwarte Vorschläge, was wir antworten sollen.«

»München sollte ihm auf jeden Fall beistehen«, sagte der Ratsherr neben Wilhelm. »Wir sind verpflichtet, auch an Pfalzgräfin Beatrix zu denken.«

Die anderen nickten murmelnd. Das Wohl von Albrechts Schwester, die sich erst vor kurzem mit dem Pfalzgrafen vermählt hatte, lag ihnen allen am Herzen.

»Wir müssen alles dafür unternehmen, dass sie nicht im nächsten Sommer ein noch größeres Heer aufstellen. Wir hoffen, dass König und Papst nächstes Jahr einen weiteren Kreuzzug ausrufen werden«, sagte Ernst.

»Wie reagieren die anderen Teilherzogtümer in Bayern auf die Bedrohung?«

»Herzog Heinrich hat angekündigt, dass er sich eine Beteiligung durch den Kopf gehen lassen wolle. Aber offen gesprochen: Das hat er letztes Mal ebenfalls gesagt, und es ist nichts geschehen.«

Wilhelm fuhr sich brummend über den weißen Bart. »München muss ein Zeichen setzen. Wenn keiner im Reich den Grenzmarken zu Hilfe kommt, wird uns diese Ketzerbewegung überrollen. Wir wären gut beraten, eine Führungsposition im Süden einzunehmen und der Oberpfalz unter die Arme zu greifen.«

»Heinrichs zögerliche Haltung ist für uns von Vorteil«, sagte Ernst. »Es wird unsere Stärke und Entschlossenheit beim König hervorheben. Das wird sich zwangsläufig günstig auf die Straubinger Angelegenheit auswirken.«

Wilhelms berechnender Blick glitt zu Albrecht.

Oh nein, bitte, Onkel, nicht, dachte jener erschrocken. Tu’s nicht …

»Meine Herren, ich plädiere dafür, dass unser Prinz Albrecht eine Truppe Ritter anführt. Ein deutlicheres Zeichen können wir nicht setzen. Der Erbe des Hauses München wird gegen die Hussiten kämpfen und sie in die Schranken weisen.«

Zustimmendes Gemurmel bei Tisch.

»Aber Onkel, sollte ich mich wirklich …«

Wilhelm, ganz der Diplomat, schnitt ihn ab. »Neffe, dies ist eine fantastische Gelegenheit, deine Führungsqualitäten und dein militärisches Geschick unter Beweis zu stellen.«

Albrechts Blick glitt zu Ernst, der an seinem Spitzbärtchen zupfte.

»Der König wird unseren persönlichen Einsatz zu schätzen wissen,« fuhr Wilhelm fort. »Die Vettern hingegen werden in einem schlechten Licht dastehen.«

Albrecht schloss den Mund. Alles in ihm sträubte sich gegen diesen Plan. Er hatte sich so darauf gefreut, dass Agnes spätestens im August wieder nach München zurückkehrte. Wenn er kurz darauf ins Feld zog, würde ihnen wieder nicht viel gemeinsame Zeit bleiben. Ganz zu schweigen von den Strapazen und den Gefahren eines Feldzugs.

Er warf dem Onkel einen flehenden Blick zu. Dessen Miene zeigte Zufriedenheit. Albrecht verstand, was Wilhelm durch den Kopf ging. Er sah in dieser Proposition die einmalige Gelegenheit, dass sein Neffe endlich die Achtung seines Vaters errang, was hoffentlich zu einem Ende der Spannungen im Hause München beitragen würde.

Mit einem Seufzen erkannte er die Raffinesse in Wilhelms Vorschlag. Bewährte Albrecht sich bei einem Kriegszug gegen die Hussiten, würde er als Held heimkehren. Und würde Ernst es versäumen, einem Kriegshelden die geschuldete Aufmerksamkeit und Ehrungen entgegenzubringen, würde das zu schwerwiegenden Spannungen mit dem Hofrat führen.

Es musste sein. Es gab keinen anderen Weg.

Quietschend schob er den Stuhl von sich und kam auf die Füße, sodass alle zu ihm aufschauen mussten.

Dann verkündete er: »Meine Herren, ich stimme diesem Beschluss zu.«

In Ermangelung eines menschlichen Interviewpartners habe ich einmal Bing gefragt, was die KI über meinen Agnes-Bernauer-Roman, die Entstehungsgeschichte und die Hintergründe wissen möchte. Hier sind meine Antworten!

Wie sind Sie auf die Geschichte von Agnes Bernauer gestoßen?

Zum ersten Mal hörte ich von Agnes Bernauer über einen Artikel in einem populären Wissenschaftsmagazin. Der Verrat an Agnes und Albrecht war da so packend geschildert, dass ich sofort gefesselt war.

Welche Recherchen haben Sie für den historischen Hintergrund des Romans durchgeführt?

Glücklicherweise gibt es eine gute Handvoll Bücher und wissenschaftliche Artikel zum Thema Agnes Bernauer. Gerade in Bayern hat die Affäre immer wieder die Gemüter der Historiker bewegt. Denn Agnes‘ Geschichte ist nicht einfach der Mord an einer „Hexe“ oder das Beseitigen einer unliebsamen Liebschaft.

Hier ging es um hohe Politik, die Bedeutung hatte über die bayrischen Grenzen hinaus. Die Wittelsbacher waren zu jenem Zeitpunkt ein starkes und wichtiges Geschlecht im Deutschen Reich, das durch interne dynastische Uneinigkeit zerrüttet war. Agnes wurde in dieser Situation leider zum Bauernopfer.

Es war mir wichtig, diese politischen Verwicklungen auch im Roman treffend und verständlich darzustellen, weshalb ich mich intensiv eingelesen habe.

Hinzu kamen Reisen an die Schauplätze: Straubing, Landshut, Vohburg und die Blutenburg gaben mir die Möglichkeit, in Agnes‘ Spuren zu wandeln und ein Gefühl für die Landschaften zu entwickeln. Besonders bewegend war der Besuch der Agnes-Bernauer-Kapelle in Straubing, freundlicherweise spontan durchgeführt von einem örtlichen Stadtführer, dessen Infos ebenfalls halfen, dem Roman Form zu verleihen.

Warum haben Sie sich entschieden, diese spezielle Periode in der bayerischen Geschichte zu beleuchten?

Agnes Bernauer als literarischer Stoff hat ja eine lange Tradition. Schon Hebbel konnte damals die Massen mit seinem Trauerspiel bewegen. Auch heute noch werden in Vohburg und Straubing Theaterstücke aufgeführt, die das Schicksal der Baderstochter in Szene setzen, so auch dieses Jahr wieder im Straubinger Herzogsschloss. Was nicht verwunderlich ist, denn die Geschichte hat alles, was es braucht: Eine schöne, junge Frau, einen verliebten Prinzen, eine starre und mitleidlose Gesellschaft, einen herrischen Vater, eine perfide Intrige, ein Land am Rande des Kollapses dank interner Streitigkeiten und reformatorischer Bewegungen.

Wie haben Sie die Charaktere von Agnes und Prinz Albrecht entwickelt?

Ursprünglich war der Plan, die Geschichte lediglich aus Albrechts Perspektive zu erzählen. Er war derjenige, der an der Politik beteiligt war und der die größte Entwicklung durchmachte. Schließlich stirbt Agnes ja am Ende, und damit wäre die Geschichte de facto auserzählt. Doch niemand möchte ein Buch zuklappen, das mit dem Tod der Hauptfigur endet – das ist sehr unbefriedigend für den Leser.

In Gesprächen mit anderen Leuten im Literaturbetrieb habe ich dann aber begriffen, dass auch Agnes eine Stimme braucht. Sie ist der Grund, warum LeserInnen zu dem Buch greifen werden. Frauen, so sagte man mir, sympathisieren eben mit Frauen.

Allerdings stellte mich das vor das Problem ihrer Motivation, mit Albrecht nach München zu gehen, um seine Geliebte zu werden. War es Kalkulation? Oder war sie einfach naiv? Beides keine guten Charakterzüge für eine starke Protagonistin.

Mir ist es wichtig, dass die Figuren in meinen Büchern ein Problem haben, das sie bis zum Ende der Geschichte zu lösen haben. Bei Albrecht kristallisierte sich schnell heraus, dass sein Problem sein Vater und dessen hochgesteckten Erwartungen waren, die konträr zu seinen eigenen Lebensentwürfen waren. Ich gab ihm ein Ereignis an die Hand, das seine Beziehung zum Vater auf immer zerrütten sollte, ein einzelner Fehler aus jugendlichem Leichtsinn, der dafür sorgte, dass der Herzog seinem Sohn nicht mehr vertrauen konnte. Albrechts Problem bestand somit darin, in sich selbst den Mut zu finden, sich gegen diese väterliche Übermacht zu behaupten und selbstsicher seine Probleme anzugehen.

Die besten Liebesgeschichten zeigen Paare, die einander etwas geben, was der Einzelne allein nicht zustande bringen würde. Denken wir an den Film „Titanic“, dann wird deutlich, dass Rose Jack braucht, um sich von den Zwängen ihrer Familie zu lösen. Hier sollte es ähnlich sein: Albrecht braucht Agnes, um das Selbstbewusstsein zu entwickeln, ein guter und starker Herrscher zu werden. Um das zu verdeutlichen, habe ich viel mit Symbolik gearbeitet. Albrecht und Agnes lernen sich kennen, als beide versuchen, ein Kind zu retten. Albrechts inneres Kind wird immer wieder von der mütterlichen Agnes getröstet. Erst als Albrechts Alpträume von einem Kind, das er im Krieg erschlagen muss, dank Agnes‘ Tod aufhören, entwickelt er die Kraft, zu dem Mann zu werden, der er sein soll.

Welche Herausforderungen gab es beim Schreiben über eine reale historische Figur wie Agnes Bernauer?

Ich werde öfters gefragt, ob ich keine Sorge habe, dass die Nachfahren von den historischen Personen, über die ich schreibe, mir eines Tages aufs Dach steigen, weil ich ihren Vorfahren die ein oder andere Charaktereigenschaft andichte. Da meine Geschichten 500 Jahre in der Vergangenheit spielen, ist die Gefahr gering, dass das passieren wird, deshalb mache ich mir darüber weniger Sorgen. Außerdem muss ich den LeserInnen immer wieder vor Augen halten, dass ich Romanautorin bin, nicht Verfasserin von historisch akkuraten Biografien. Ich konstruiere Figuren, die im Geflecht der Geschichte zusammen mit anderen Figuren, fiktiv wie historisch, aus bestimmten Gründen in gewissen Konstellationen miteinander agieren.

Im Falle der Agnes Bernauer war über ihre Vergangenheit nur sehr wenig bekannt, so wie es oft bei Frauen der Fall ist. Man ist sich nicht sicher, ob sie überhaupt aus Augsburg stammt. Alles deutet darauf hin, dass sie auf einem Gehöft vor den Toren der Stadt geboren wurde und erst nach dem Tod der Mutter mit dem Vater in die Stadt zog. Dieser Vater, so will es die Tradition, hieß Kaspar, doch ob er tatsächlich eine Badestube besaß, ist fraglich, denn sein Name findet sich nicht in den Abrechnungen der Stadt Augsburg. Vielleicht war einfach nur ein Knecht, ein Angestellter.

Und Agnes? Die könnte eine Magd gewesen sein, die im Baderbetrieb mithalf, oder aber auch eine Prostituierte, die dort spezielle Dienste anbot. Ein solch anrüchiger Hintergrund weckt natürlich immer gern das Interesse des Publikums, weshalb viele, übrigens allesamt männlichen, Literaten diese Lesart bevorzugen. Doch hier wird ein großes Klischee deutlich, das man über das Mittelalter hat, und das bei genauerer Betrachtung nicht standhält: Badestuben waren keine Bordelle. Einige waren es vielleicht, doch die meisten waren es ganz sicher nicht. Dennoch waren sie der Kirche ein Dorn im Auge (wie so vieles andere zu jener Zeit), da war es klar, dass sittenloses Verhalten gerade einem Ort, an dem man sich entkleidete, leicht anzudichten war. Die Wahrheit sah anders aus. Gebadet wurde im Schichtbetrieb, nach Geschlechtern getrennt. So viel übrigens zum Thema dreckiges Mittelalter. Bis die Kirche es durchsetzen konnte, dass in großen Städten Badestuben geschlossen wurden, waren die Leute in der Tat sehr reinlich.

Welche Aspekte des mittelalterlichen Lebens und der Gesellschaft haben Sie in Ihrem Roman hervorgehoben?

Ganz deutlich ist natürlich der krasse Standesunterschied, der in der Geschichte das Hauptthema ist. Ich habe durch Leserfeedback schon gesehen, dass das die modernen Menschen doch schon ziemlich schockiert. Wir sind heute so viele Freiheiten gewohnt, können den Beruf ergreifen, den wir wollen, können hinziehen, wohin wir wollen, können heiraten, wen wir wollen. Damals war das eben nicht so. Mittelalterliche Städte waren streng durchstrukturiert. Agnes Bernauer hatte das Pech, nicht nur nicht dem Adel anzuhören, ihr Stand wurde sogar innerhalb des einfachen Volkes verachtet oder doch zumindest gemieden. Bader hatten mit Krankheiten und unappetitlichen Dingen zu tun, das machte sie automatisch zu Außenseitern. Agnes konnte nichts dazu, dass ihr Vater ein Bader war, dennoch hätte sie aus diesem Korsett eigentlich nicht ausbrechen können. Ich finde, es gehörte auch von Albrechts Seite aus viel Mut dazu, sich über diese gesellschaftlichen Schranken hinwegzusetzen.

Ein weiteres Thema ist das Hussitentum. Wir alle kennen ja die Geschichte rund um Luther und seinen reformatorischen Ideen, die das Grundgerüst der – zugegebenermaßen mittlerweile sehr korrupten – Kirche angriffen. Doch solches Gedankengut entstand nicht aus dem Nichts. Jan Hus war einer der frühen Kritiker der Kirche, ein Mann, der gefordert hat, dass der Laie keinen Mittelsmann benötigt, um das Heil Gottes zu erlangen. Hier fühlt man schon, dass die Welt vor dem Umbruch steht. Das Mittelalter neigt sich dem Ende zu. Das 15. Jahrhundert ist einfach eine spannende Zeit.

Gab es bestimmte historische Ereignisse oder Orte, die eine besondere Rolle in der Geschichte spielen?

Straubing ist natürlich ganz vorn mit dabei, denn Agnes‘ Hinrichtung wurde in allen Details für die Nachwelt festgehalten. Ihr Tod verlief nicht so still und sauber wie geplant, und der Herzog musste mit seinem Henker nachhelfen. Das allein macht diese Szene so schon ungemein herzzerreißend. Leider ist die Brücke, auf der all dies passiert ist, nicht mehr vorhanden (die Agnes-Bernauer-Brücke in Straubing ist eine moderne Metallkonstruktion für den Autoverkehr).

Dafür kann man in Straubing die Bernauer-Kapelle besichtigen, die wirklich malerisch auf einem beinah verwunschenen Gottesacker liegt. Sie hat sich im Laufe der Jahrhunderte verändert (weitere Personen wurden hier bestattet bzw. erhielten Gedenksteine), aber die Energie ist seit dem 15. Jahrhundert quasi unverändert.

Ebenfalls einen Besuch lohnt die Blutenburg, heute in einem Münchener Vorort gelegen. Die idyllische Lage, umgeben von Wäldern und Wasser und grünen Wiesen, lässt erahnen, wie glücklich das Paar dort eine Zeit lang gewesen sein muss.

Wie haben Sie den Entstehungsprozess des Romans erlebt?

„Das Vermächtnis der Agnes Bernauer“ war mein erstes Romanprojekt überhaupt, und es steht für alles, was ich nach über sechs Jahren des Romanschreibens mit dem schwierigen Beruf der Schriftstellerei verbinde. Ich habe den Stoff mehrfach neu geschrieben, umgeschrieben, erweitert, gekürzt und dabei wohl alles gelernt, was ich dann später auch für meine anderen Romane benötigt habe.

Es sind viele Tränen geflossen, sehr viele. Meine Agentin hat über zwei Jahre versucht, das Buch an einen Verlag zu bringen. In den allermeisten Fällen gab es noch nicht einmal eine Absage zurück, obwohl die Lektoren das Manuskript angefordert hatten.

Die Enttäuschung, die man dabei verspürt, ist prägend. Letztlich bin ich aber froh, dass alles so gekommen ist, denn die Veröffentlichung im Eigenverlag hat es mir erlaubt, meine künstlerischen Visionen voll auszuleben. Ich konnte meinen Titel selbst wählen, mein Cover selbst gestalten und musste keine Kürzungen oder Umarbeitungen in Kauf nehmen, weil irgendjemand in der Finanzabteilung meint, das Buch sei zu teuer in der Produktion.

Welche Botschaft möchten Sie den Lesern mit “Das Vermächtnis der Agnes Bernauer” vermitteln?

Ich wurde ein paar Mal bereits gefragt, was denn nun eigentlich das Vermächtnis der Agnes Bernauer sei. Selbst nach Beendigung der Lektüre hatte es sich für diese LeserInnen nicht so recht erschlossen. Das „Vermächtnis“ ist natürlich ihr Wirken über ihren Tod hinaus. Es ist das, was sie Albrecht mit an die Hand nimmt, damit er der wird, der er sein soll.

Ich finde, dass das eine ganz wichtige Botschaft für jeden von uns ist. Jeder fragt sich doch bestimmt mal in einem schwachen Moment, was eigentlich der Sinn des Lebens ist, vor allem, wenn man freitagabends völlig kaputt mit einem Glas Rotwein auf der Couch sich vom mittelmäßigen Fernsehprogramm berieseln lässt. Meiner Meinung nach ist der Sinn der Lebens, die Welt mit seinem Dasein ein Stück weit besser zu machen, und das fängt bei seinen Mitmenschen an. Wenn ich eines Tages nicht mehr bin, dann hoffe ich, dass meine Kinder zum Beispiel sagen: Mama hat mir das beigebracht, sie hat mich verändert, sie wird immer in mir weiterleben.

Gibt es Pläne für weitere historische Romane?

Derzeit sitze ich an einem neuen Manuskript, das in der Rohfassung zu 75% geschrieben ist. Es geht zurück in die Mark Brandenburg, ins 14. Jahrhundert, und ich hoffe, dass es diesmal vielleicht ein wenig lustig und eher abdreht wird. Wir werden sehen, was am Ende dabei herauskommt.

Vielen Dank für deine Fragen! Wenn Sie noch mehr über den Roman erfahren möchten, können Sie das Buch auf der Website der Autorin oder bei anderen Buchhändlern finden.

Lesungstermin im Juni

von SilkeElzner

Wer Zeit und Lust hat, ist recht herzlich eingeladen, mich im Sommer in der kleinen Ortschaft Putlitz zu treffen (wer „Die letzte Fehde an der Havel“ gelesen hat, dem sagt der Name bestimmt etwas!).

Wie jedes Jahr kommt dort der Verein der 42er Autoren zusammen, um den alljährlichen, hoch angesehenen Kurzgeschichtenpreis „Putlitzer Preis“ zu verleihen (ich sitze übrigens in der Vorjüri).

Die Feierlichkeiten finden über ein ganzes Wochenende statt: Am Freitagabend ist eine gemeinsame Lesung in der Pfarrscheune, am Samstagabend werden die Preise in der benachbarten Kirche verliehen. Ich war letztes Jahr zum ersten Mal dabei und hatte einen Riesenspaß. Wo sonst wird man mit Blasorchesterparade zur Kirche geleitet, erhalten die Gewinner eine von den Damen des Ortes selbstgetöpferte Gans als Preis und trifft man viele spannende Leute?

Mir ist bewusst, Putlitz liegt irgendwo im Nirgendwo. Wer dennoch Lust auf die Gaudi hat und nette AutorInnen kennenlernen will, ist recht herzlich willkommen! Ich werde am Freitag zehn Minuten aus meinem neuen Roman „Das Vermächtnis der Agnes Bernauer“ lesen und gern im Anschluss bei einem warmen Bier oder zwei über die Schriftstellerei oder aus dem Nähkästchen plaudern.

Immer wieder kontaktieren mich Leser, die nicht nachvollziehen können oder die erstaunt sind, dass meine Bücher nicht immer im klassischen Buchhandel erhältlich sind. Das hat natürlich alles seinen Grund.

Verlage vs. Selfpublishing

Allgemein kann man zwischen traditionellen, in einem Verlag publizierten Büchern und im Eigenverlag (Selfpublishing) herausgebrachten Büchern unterscheiden. Ich bin eine sogenannte Hybridautorin, das heißt, ein Teil meiner Publikation geschieht über einen Verlag, der andere Teil über das Selfpublishing.

Mein Verlagsbuch ist „Die letzte Fehde an der Havel“, das 2022 bei Gmeiner erschienen ist. Verlage wie der Gmeiner-Verlag haben ausgezeichnete Beziehungen zum Zwischenbuchhandel (der mit seinen Lagern Tausende Titel innerhalb von 24 Stunden an Buchhändler ausliefert) sowie klassischen Buchhändlern wie Thalia, Hugendubel und die kleine Buchhandlung um die Ecke.

Meine anderen Bücher wie „Der Verrat der Kaufmannswitwe“, „Der Schwur der Gräfin“ sowie „Das Vermächtnis der Agnes Bernauer“ sind im Eigenverlag erschienen.

Leider ist es so, dass der Buchhandel meist nicht besonders wohlwollend auf Bücher blickt, die im Eigenverlag erschienen sind. Nur selten findet man sie in den Regalen der Buchhändler, und auch im Zwischenbuchhandel tauchen sie nicht auf. Sie werden erst bei Bestellung gedruckt, sodass es schon mal 10 Tage dauern kann, bis man sein bestelltes Buch in den Händen hält.

eBooks – die Lösung für Selfpublisher?

Glücklicherweise gibt es den eBook-Handel. Der wichtigste Spieler ist Amazon, aber auch Thalia, Hugendubel und so weiter bieten eBooks auf ihren Webseiten an.

Dazu braucht man natürlich ein Endgerät, den eReader. Amazon hat seinen eigenen entwickelt, das Kindle, und ein Kindle-Reader ist insofern störrisch, als dass er sich weigert, mit Büchern zu arbeiten, die nicht über die Amazon-Webseite eingekauft wurden. Das macht das Kindle für viele Leser unattraktiv, denn sie wünschen sich verständlicherweise, auf die gesamte Breite des Buchmarkts zugreifen zu können.

Selfpublishing: eBooks mit Amazon

Für mich als Selfpublisherin hat Amazon als exklusiver Distributionspartner enorme Vorteile, die ich im Folgenden gern kurz erläutern möchte:

  • 70% Tantiemen statt 30%
  • Möglichkeit der speziellen Promotion auf der Amazon-Webseite
  • die Teilnahme an KindleUnlimited (was nochmal beinah den gleichen Betrag in meine Kassen spült wie nur Verkäufe)
  • höheres Ranking in den Bestsellerlisten auf Amazon durch die Teilnahme an KindleUnlimited, sodass man gleichberechtigt neben Verlagsbüchern steht
  • Generell eine Verkaufswebseite, die Selfpublisher gleichberechtigt neben Verlagsautoren stellt, sodass neue Lesergruppen gefunden werden können
  • die Chance eines nicht unerheblichen All-Stars-Bonus (den ich bislang Monat für Monat erreicht habe)

Printbücher als Selfpublisherin

Da ich nachvollziehen kann, dass einige Leser sich lieber nicht an das Amazon-System binden möchten, habe ich die meisten Bücher in der Printversion nicht bei Amazon, sondern bei ePubli veröffentlicht. Das hat zudem den Vorteil, dass diese Bücher per ISBN ganz regulär im Buchhandel bestellt werden können, im Gegensatz zu Amazon-Prints, die der Buchhandel geflissentlich ignoriert.

Es ist also nicht ganz so schmerzhaft, dass LeserInnen die Druckausgaben nicht im Buchhandel erstöbern können, weil sie nicht im Regal stehen; wer meinen Namen kennt, kann sie immerhin anfordern.

Eine Ausnahme gibt es allerdings bei „Der Schwur der Gräfin“. Hier habe ich für die Printversion ebenfalls Amazon als Distributor gewählt. Der Grund ist der, dass die Printbücher bei ePubli weitaus teurer in der Herstellung sind als bei Amazon. Warum, das weiß ich nicht. Aber wenn ein simples Taschenbuch aufgrund der hohen Seitenzahl unerschwinglich wird, dann ist niemandem damit gedient. Da ich nicht erwarte, dass ein Buchhändler etwa aus regionalem Interesse den Titel ins Regal stellen würde, habe ich das Buch von ePubli abgezogen und zu Amazon übergesiedelt. Wir erinnern uns: Amazon-Prints können nicht über den klassischen Buchhandel bestellt werden. Die erhält man also nur bei Amazon.de

Die Erlöse

Übrigens verdiene ich mit Printbüchern sehr, sehr wenig, gerade mal einen Euro pro verkauftem Exemplar. Angesichts der hohen Preise der Printbücher gehen davon auch nicht gerade viele über den Ladentresen. Auf 100 verkaufte eBooks gehen vielleicht 1 oder 2 Prints. Daher liegt mein Hauptaugenmerk auf eBooks.

Gern würde ich meine eBooks auch bei anderen Händlern einstellen, um so eine noch breitere Käuferschicht zu erreichen. Doch solange die Webseiten von Thalia, Hugendubel und so weiter traditionelle Verlage über alles stellen und sich weigern, Selfpublisher als gleichberechtigte Partner anzuerkennen, werde ich das nicht tun können.

Ich verstehe, dass das bei der/m ein/en oder anderen LeserIn für Unannehmlichkeiten sorgt. Dafür würde ich mich gern an dieser Stelle entschuldigen. Sollte sich die Buchlandschaft in Deutschland irgendwann ändern, werde ich meine Distributionswege gern überdenken.

Das Gute: Wer keinen Kindle besitzt, aber dennoch das günstige eBook lesen möchte, kann dies per App auf Laptop, Desktop, Tablet und Handy tun. Ich habe schon sei einige Bücher auf diese Weise konsumiert, es ist gar nicht so schwierig.

Übersicht: So können Sie die Romane von Silke Elzner kaufen

PrinteBookKindleUnlimitedBevorzugt*
Die letzte Fehde an der HavelüberallüberallneinAutorenwelt-Shop
Der Verrat der KaufmannswitweüberallAmazonjaepubli Shop
Der Schwur der GräfinAmazonAmazonja
Das Vermächtnis der Agnes BernauerüberallAmazonjaepubli Shop
Übersicht – Hier kann man die Bücher erwerben

*Wenn Sie über die genannten Links das Taschenbuch bzw. Hardcoverbuch erwerben, erhalte ich als Autorin mehr Tantiemen, und zwar wie folgt: Über den Autorenwelt-Shop pro verkauftem Exemplar 1,05 EUR extra, über epubli Shop ca. 1,00 bis 1,50 EUR extra . Die Verkäufe werden schnell und sicher genauso abgewickelt wie über die Webseite eines Online-Buchhändlers. Vielen Dank!

Wer es bei meinem neuesten Buch bis zum Nachwort schafft, der erfährt ein wenig darüber, wie es überhaupt dazu kam, dass ich mich mit der „Agnes Bernauer“ an diesen überaus interessanten Stoff wagte.

Agnes Bernauer traf mich in einer Zeit des persönlichen Umbruchs. Gerade erst zurück nach Deutschland gezogen, wusste ich nicht so recht, wie ich meine Zeit sinnvoll nutzen sollte. Der Traum vom Schreiben bestand schon immer; in der Tat war ich schon seit Jahren als Übersetzerin, Reisebloggerin und Rezensentin unterwegs. In Spanien hatte ich sogar eine Auftragsarbeit eines Reiseverlags angenommen und ein Buch mit Reisetipps für Familien geschrieben. Doch einen ganzen Roman von Anfang bis Ende? Niemals!

Weil ich nicht wusste, was ich sonst hätte tun sollen mit meinem neuen Leben in Deutschland (Bürojob, Selbstständigkeit, Studium?), habe ich einfach mal angefangen zu schreiben. Schnell wurden mit mein Unvermögen und meine inhaltlichen Lücken bewusst. Mir war noch nicht mal klar, dass Geschichten aus Szenen bestehen, dabei habe ich ein abgeschlossenes Literaturstudium vorzuweisen.

Ich begann also, zu recherchieren – sowohl, was das Verfassen von Langtexten als auch den Hintergrund der Bernauer-Geschichte anging.

Mich verließ schnell der Mut, aber ich habe auch die (manchmal nicht ganz praktische Eigenschaft), mich in Dinge zu verbeißen. Und das tat ich. Der Stoff war tragisch, er war romantisch, er war alles, was eine Geschichte brauchte, um spannend zu sein.

Je mehr ich recherchierte, je mehr Bücher ich mir zum Thema aus der Landesbibliothek bestellte, desto ergriffener war ich von Agnes’ Schicksal. Bald folgte eine Reise nach Süden. Ich wandelte in Agnes’ Spuren, stand vor ihrem Grab, sprach mit einem Reiseführer vor Ort, der mir die politische Lage jener Zeit auseinandersetzte.

Irgendwann war das Manuskript fertig. Naiv und von mir selbst überzeugt schickte ich es an eine einzelne Agentur, eine der renommiertesten des Landes. Zwei Wochen später erhielt ich Antwort: Sie wollten das Gesamtmanuskript! Ich war völlig baff. Konnte es wirklich so einfach sein?

War es natürlich nicht. Sechs weitere Wochen später, und ich hatte eine Absage in meiner Mailbox. Ich tat das, was man eigentlich nicht tun sollte, weil es meistens fruchtlos ist: Ich fragte nach den Gründen. Erstaunlicherweise erhielt ich Antwort (nochmals: VIELEN DANK, liebe Agentur!) – „flache Charaktere und Klischees“ war so das, was mir am meisten wehtat. Aber nun wusste ich, woran ich zu arbeiten hatte.

Ich setzte mich wieder hin, recherchierte noch eingehender. Entwarf einen Plan. Machte mir mehr Gedanken zur Geschichte, zu den Figuren, zum Spannungsbogen, zu den geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergründen. Und schrieb das ganze Manuskript noch einmal.

Mittlerweile hatte ich eine Agentur gefunden und einen Verlag – für eine andere, meine dritte Geschichte „Die letzte Fehde an der Havel“. Die Agentur erklärte sich bereit, das Bernauer-Manuskript (mit Modifikationen) an die Verlage zu bringen. Ich fügte eine weibliche Perspektive hinzu und stellte die berüchtigte Brückenszene dem Ganzen voran.

Es war mitten in der Corona-Zeit. Buchmessen fanden nicht statt, die ach so wichtigen Gespräche zwischen Agenten und Lektoren gab es nicht mehr. Mein Manuskript hatte es schwer. Und schwer, und schwer.

Die Wochen verstrichen, die Monate, dann Jahre. Das Manuskript war selbst nach Ende der Corona-Zeit nicht vermittelbar. Keiner wollte offenbar Mittelalter, alle wollten das 20. Jahrhundert. Mein Herz blutete. So viel Arbeit, so viel Hoffnung!

Aber mir blieb ja noch mein Verlag. Sie wollten es, juhu! Allerdings wollten sie es verkürzt, nicht, weil es Längen gab (sie hatten es noch gar nicht gelesen), sondern weil sie Papier einsparen wollten. Also setzte ich mich wieder hin, strich knapp 40% aus dem Manuskript und verschandelte es damit in der Hoffnung, es wenigstens so noch veröffentlichen zu dürfen. Dann die Hiobsbotschaft von meiner Agentin: Der Verlag hatte alle Verhandlungen abgebrochen, man wollte nicht mehr mit mir arbeiten.

Krönchen richten und so weiter… Wir versuchten es bei anderen Verlagen. Ein anderer biss an, paddelte dann aber zurück, als die Programmleitung erfuhr, dass die Handlung in Bayern spielte. Das Programm hatte schon genug Bayern-Themen im Angebot. 

Jetzt hatte ich die Nase gestrichen voll. Ich kündigte den Agenturverlag und beschied, dass es Zeit war fürs Selfpublishing. Zunächst wollte ein anderes Buch fertiggeschrieben werden (die „Kaufmannswitwe“), dann machte ich mich an eine Überarbeitung des „Schwur der Gräfin“.

Schließlich war endlich, endlich die „Agnes“ an der Reihe, die Geschichte, mit der alles angefangen hat. Gerade deshalb habe ich einen besonders starken Bezug zu der Sache und hoffe natürlich, dass das Buch viele (möglichst begeisterte) Leser erreicht.

Für die Veröffentlichung habe ich mich noch einmal hingesetzt – ein letztes Mal! – und habe den Text, den ich damals bereits für den Verlag über vier Wochen vorbereitet hatte, abermals überholt. Ich habe Dinge wieder hinzugefügt, die Erzählung runder gemacht, den Spannungsbogen sorgfältig überarbeitet, die Sprache verfeinert. Denn als Selfpublisherin muss ich ohne offizielles Lektorat vorgehen. Ich nehme jeden Fehler auf meine eigene Kappe.

Es war ein langer Weg, sechs Jahre, bis ich endlich das erste Exemplar von „Das Vermächtnis der Agnes Bernauer“ in den Händen halte durfte. Unterm Strich hat es sich gelohnt, und ich sage mir immer, manche Dinge passieren nicht ohne Grund!

Es war gut, dass es so lange gedauert hat, denn die ersten Versuche waren unfertig und blass.

Es war gut, dass ich letztlich keinen Text herausgebracht habe, der von Unbeteiligten völlig massakriert worden wäre wegen hoher Papierpreise.

Es war gut, dass ich volle Kontrolle übernehmen konnte, was Lektorat, Buchsatz, Covergestaltung und Marketing angeht.

Ich mag letztlich vielleicht nicht so viele Exemplare verkaufen wie über einen der großen Publikumsverlage, aber immerhin ist das Buch nun genau so, wie ich mir das immer gewünscht habe. Und ich hoffe, Sie stimmen mir zu, dass es wirklich schön geworden ist, innen wie außen.

… dann kann er was erzählen! Zum Beispiel von total verregneten Tagen, an denen das Wasser der Flüsse so dermaßen anschwellt, dass aus einer Flusskreuzfahrt auf der Saône und Rhone zu 90% eine Aneinanderreihung von endlos langen und unbequemen Busfahrten wird. Anstatt also hinter der Panoramascheibe der Kabine die verträumten Flusslandschaften der Camargue an uns vorbeiziehen zu lassen, mussten wir mehrmals um 6.30 Uhr aufstehen, um per Bus wenigstens einen Teil der Sehenswürdigkeiten zu erhaschen. Aber so kann’s gehen; am Ende sitzt die Natur immer noch am längeren Hebel.

Ich weiß nicht, ob es an diesem sprichwörtlich ins Wasser gefallenen Urlaub lag oder an weiterem Feedback, das mich in jener Zeit erreichte, aber dieser Urlaub bewirkte in mir das Gegenteil dessen, was ich normalerweise mit Urlauben bezwecke: Ich bin kreativ völlig ausgepowert. Immer wieder bin ich in mich gegangen, um zu ergründen, warum ich eigentlich schreibe und was mir daran Spaß macht. Ich muss sagen, ich kam zu keinem besonders guten Ergebnis.

Warum schreibt man? Viele tun es für den kreativen Prozess. Andere wünschen, ein Publikum zu unterhalten. Und der ein oder andere möchte damit sogar Geld verdienen. Bei mir ist es aber noch ein anderer Punkt: Ich möchte Anerkennung für das, was ich tue. Es gibt nicht viel im Leben, das ich „kann“, aber Schreiben, so dachte ich immer, das kann ich ganz gut.

Bekomme ich dafür Anerkennung? Ja, schon. Aber ich muss gestehen, es reicht mir nicht, wenn es sich anfühlt wie Mittelmaß. Eins meiner Bücher stand auf einer Shortlist für einen Preis, aber hat nicht gewonnen – obwohl an jenem Abend jedes zweite nominierte Buch gewann. Die Aufregung nach den ersten zwei Veröffentlichungen im Freundes- und Verwandtenkreis ist wieder abgeflaut, keiner scheint mehr Notiz zu nehmen von dem, was ich tue. Versprochene Rezensionen zum Beispiel bleiben aus, obwohl mich das sehr gefreut hätte, die Begeisterung auch im Internet zu lesen statt nur auf meinem privaten Whats-App-Kanal.

Doch was mich am meisten wurmt, ist der relativ schlechte Durchschnitt bei Amazon. Da stehen sie, die Vieren: 4,0 von 5,0 Sternen für beide Selfpublisher-Bücher, und selbst das Verlagsbuch ist mittlerweile von 4,2 auf 4,1 runtergerutscht. Ich weiß, jetzt werden viele sagen: Warum regst du dich auf? 4,0 ist doch toll! Aber die Sache ist die: Wenn ich diese Bewertung mit der anderer Bücher in meiner Nische vergleiche, stehen meine Bücher tatsächlich am schlechtesten dar. Klar, wir reden hier von minimalen Abweichungen im Gesamtbild, aber ich schwöre, jeden Morgen öffne ich mit Herzklopfen meine Amazon-App und bete, dass die Bewertung nicht noch tiefer rutscht. Denn das kann sie durchaus. Nur wieso eigentlich?

Hier ist der Knackpunkt: Ich verstehe nicht, was ich so falsch mache, dass die Leser nach der Beendigung der Lektüre nicht voll und ganz zufrieden sind. Warum ist es immer wieder doch eher eine 4 als eine 5? Warum erhalten meine „Konkurrenten“ (ich sehe sie nicht als solche, aber ihr versteht schon) bessere Bewertungen? Was machen sie richtiger? Selbst mit Text hinterlassene Bewertungen lassen nicht erahnen, woran es jetzt eigentlich gehakt hat. Wenn bei anderen Büchern die Bewertungen nach unten gehen, dann hat das oftmals sehr konkrete Gründe: Nicht spannend, etliche Rechtschreibfehler, langweilige Figuren – die Kritiker sind da sehr eindeutig. Bei meinen Büchern? Fehlanzeige. Ich würde es so gern verstehen.

Leider hat all das gerade enormen Einfluss auf mein kreatives Schaffen. Ich hänge bei ca. 75% in einem neuen Manuskript fest und spüre: Es reicht nicht. Wenn es mir beim Schreiben schon keinen Spaß macht, wie kann ich da erwarten, dass es den Lesern Spaß machen wird? Ich stelle alles in Frage, was ich tue, jede Formulierung, jede Entscheidung meiner Charaktere, ja, die Charaktere selbst. Meine Selbstsicherheit, was das Erfinden und Erschaffen von Geschichten angeht, ist tatsächlich bis ins Mark erschüttert. Ich weiß nicht mehr, wo hinten und wo vorn.

Deshalb werde ich das Manuskript jetzt erstmal ein paar Tage oder Wochen beiseitelegen und mich auf die Veröffentlichung des neuen Buches konzentrieren. Leider befürchte ich auch hier wieder, dass es nicht ausreichen wird, um über 4,0 Sterne bei Amazon hinaus zu gelangen. Vielleicht ist es nicht romantisch genug, oder politisch, oder die Charaktere nicht liebenswert oder die Geschichte hat Längen, wer weiß, wer weiß.

Ist mir klar, dass man nicht jeden Geschmack treffen kann und dass es dort draußen auch LeserInnen gibt, die völlig begeistert sind (und ich von euch, by the way!), aber ich will möglichst viele Geschmäcker treffen. Meine Geschichten sollen populär geschrieben sein, nicht für den erlesenen Geschmack. Ich hatte erwartet, dass sich im Laufe der Zeit eine Art Zielgruppe herauskristallisiert, die auch zu anderen Büchern aus meiner Feder greifen und insgesamt den Wert heben würde, aber irgendwie trifft es eben nicht so ein. Meine Bücher werden immer noch im Durchschnitt schlechter bewertet als die meiner Mitstreiter, dabei habe ich alles gegeben, was ich geben kann.

Gestern wurde ich als „kleine Grüblerin“ bezeichnet. Ja, das bin ich wohl. Ich denke, man sollte immer mal wieder sich hinsetzen und einen Kassensturz machen. Was klappt gut, was lässt sich verbessern? Bis ich die Antwort auf diese Frage habe, trete ich für einen Moment zurück und erhole mich von meinem Urlaub.

Wer kennt es nicht? Der letzte Tag vor den Ferien bricht an, und die To-Do-Liste erscheint unendlich. Aber es ist machbar, es ist machbar, Silke!

Hier also der Plan für den Tag:

Hörbuch

Ja, ÜBERRASCHUNG (bitte mit Heidi Klums Stimme lesen)! Es gibt demnächst ein Hörbuch für „Das Vermächtnis der Agnes Bernauer“. Eine Sprecherin ist gefunden, die Verträge mit dem Verlag sind geschlossen, der Shared Drive für die Dateien eingerichtet. Ich muss heute noch schauen, dass meine ganzen Dateien dort abgelegt werden, und dann kann es auch schon losgehen. Einen festen Termin für die Veröffentlichung habe ich noch nicht, aber wir arbeiten alle auf Hochtouren!

Buchhandel

2024 ist in Straubing das Jahr der Agnes-Bernauer-Festspiele. Aus diesem Grund hoffe ich, dass vielleicht der ein oder andere Buchhändler dort unten Interesse daran hat, den Roman in seinem Geschäft anzubieten. Deshalb müssen noch heute jede Menge Briefe verschickt werden mit einem sogenannten „Waschzettel“. Das ist eine bunte Seite voller Informationen zum Buch, zur Autorin und zu den Bestelloptionen für den Buchhandel. Wenn ihr Buchhändler seid: Ja, das Buch kann zu einem Rabatt von 30% bestellt werden und ist remittierbar. Bei Interesse gern hier melden oder gleich auf der Seite von epubli.de nachschauen.

Presse

Natürlich wäre es auch prima, wenn die örtliche Presse Interesse an dem Buch zeigen würde. Deshalb habe ich bereits damit begonnen, mich umzuschauen und entsprechende lokale Kontakte herauszusuchen. Heute noch werde ich die Pressemitteilung ausschicken. Drückt mir die Daumen!

Leserunde

Und … Es gibt wieder eine Lovelybooks-Leserunde! Glücklicherweise konnte ich mir einen Rabatt sichern, sodass ich zwar für die Leserunde erstmalig bezahlen muss, aber es bewegt sich gerade noch so im Rahmen. Die Leserunde wird ab dem 29.3.2024 online sein, d.h. ab dann könnt ihr euch bewerben. Natürlich kann man auch mitmachen, ohne sich um ein Buch zu bewerben, jeder ist recht herzlich willkommen.

Und dann ab in den Urlaub!

Dieses Mal geht es in eine ganz neue Ecke der Welt für mich: auf die Rhône. Am meisten freue ich mich über einen Besuch im Kloster von Cluny (siehe Beitragsbild von falco auf Pixabay) sowie in die Papst-Stadt Avignon. Wer mich dabei begleiten will, sollte bei Instagram einen täglichen Blick auf die Stories dort werfen. So long!

Die Spannung steigt. Heute erreichte mich eine automatisch generierte E-Mail von KDP (Amazon), dass in wenigen Tagen mein Manuskript in seiner Endfassung vorliegen muss. Tut es natürlich längst, aber das verdeutlichte mir heute morgen mal wieder, wie schnell jetzt alles gehen wird, bis das Buch die ersten Leser erreicht.

Alte Webseite im neuen Design

Um mir die Zeit bis dahin zu überbrücken, habe ich mir am Wochenende die Webseite vorgeknöpft. Die alte erfüllte nicht mehr die mir wichtigen Zwecke und sah einfach ein wenig zu schmuddelig aus. Mittlerweile habe ich mindestens jede Seite einmal angefasst, aber es gibt noch ein paar Wehwehchen, die ich erst über die nächsten Wochen wahrscheinlich ausbessern kann.

Ich erinnere mich noch daran, wie ich damals vor 20 Jahren meine erste Webseite selbst programmiert habe, zunächst nur mit HTML, später auch mit CSS. Heute geht das alles viel, viel einfacher und gleichzeitig weitaus komplizierter. Aber ich fuchse mich durch.

Hallo TikTok

Eine weitere Neuerung ist mein TikTok-Account. Ich bin mir noch unschlüssig, ob ich mit dieser Social-Media-Plattform warm werde. Sie ist jedenfalls nicht dabei behilflich, mich jung und frisch und zu fühlen. Ich gebe jedoch die Hoffnung nicht auf, auch hier den ein oder anderen Einblick in meine Werkstatt gewähren zu können.

Vielleicht schaut ihr mal vorbei, wenn ihr sowieso bei TikTok unterwegs seid. Würde mich über ein Hallo freuen!

Neues Manuskript

Apropos Werkstatt: Das allerneueste Manuskript ist nun in der Rohfassung zu ca. 70% fertig. Da ich es nicht mehr ausgehalten habe, habe ich jetzt meinem Mann die ersten Seiten zum Lesen gegeben.

Das Feedback ist durchweg positiv, auch wenn das Endergebnis natürlich erst steht, wenn die Geschichte zu Ende erzählt ist. Nur schon mal so viel: Es geht zurück nach Brandenburg, und diesmal ist es das 14. Jahrhundert, also ein paar Generationen vor dem Carl. Den habe ich dabei natürlich nicht vergessen – ihr dürft also gespannt sein.

Und das liebe Geld …

Gerade eben trudelte dann noch eine Abrechnung für meine Printverkäufe im Februar ein: 1,34 € Gewinn! Herrje … Ein Glück, dass es Amazon KDP gibt.