Ich habe lange hin und her überlegt, ob ich diesen Post überhaupt schreiben soll. Das ist wohl auch der Grund, warum ich nun einen Tag zu spät dran bin. Wenn man ehrlich ist, fällt es schwer, ein Jahr in den höchsten Tönen zu loben, wenn die schriftstellerische Bilanz eher ernüchternd ausfällt.
Das vergangene Jahr war für mich eine Lektion in Demut. Es gab Absagen, ein lautes Schweigen auf Kanälen, die früher belebter waren, und Verkaufszahlen, die einen ordentlichen Dämpfer erhalten haben. Besonders die Veröffentlichung des „Pilgers“ Ende 2024 hat mich getroffen. Ich hielt es für eines meiner besten Werke, doch die Resonanz blieb weit hinter meinen Hoffnungen zurück. Dass gleichzeitig auch das Interesse an meinen anderen Büchern spürbar nachließ, war ein harter Schlag, der mich dazu zwang, meine Pläne komplett zu überdenken.
Ich habe Projekte verworfen, Strategien geändert und versucht, über Agenturen neue Wege zu gehen – oft ohne eine einzige Rückmeldung. Ich will nicht lügen: Das nagt an der Motivation. Wenn das, was man liebt – das Schreiben –, plötzlich nur noch mit Statistiken und Absagen verknüpft ist, verliert man leicht die Freude daran.
Warum ich trotzdem weitermache?
Weil das Schreiben ein Teil von mir ist. Und weil es neben den harten Zahlen eben auch die Dinge gab, die mein 2025 hell gemacht haben:
- Meine Familie: Zu sehen, wie mein Sohn sein Abi in der Tasche hat, ist ein Erfolg, der vieles relativiert.
- Das Reisen: Die Eindrücke aus Japan, Südkorea und quer durch Europa sind Inspirationen, die mir keiner nehmen kann.
- Die Geschichten anderer: Gute Bücher haben mich durch dieses Jahr getragen (meine Leseempfehlungen folgen bald!).
Ich habe die letzten Tage genutzt, um bewusst den „Reset-Knopf“ zu drücken. Kein Plotten, keine Statistiken, keine sozialen Medien. Einfach nur Atmen.
Ich starte in das Jahr 2026 mit zwei neuen Konzepten, die bereits bei Verlagen und Agenturen liegen. Vielleicht ist diesmal das Glück auf meiner Seite. Die Hoffnung schreibt jedenfalls immer mit – und ich bin noch nicht bereit, den Stift wegzulegen.
Danke an alle, die bis hierhin gelesen haben. Eure Nachrichten und euer Interesse bedeuten mir mehr, als ich oft in Worte fassen kann. Ich wünsche euch ein erfolgreiches, gesundes und vor allem glückliches Jahr 2026!